How to possibly write about photography

The very question I ask myself when looking at some photography, or maybe more accurately when starting to think about writing about some photography is “Is it interesting?” I’m sure a lot of people will think that’s possibly the most vague question to start out with, but it’s a very useful litmus test: Is it interesting? There’s a lot of photography that, frankly, is not very interesting at all; and when you are going to devote hours of your time writing about it, it better be interesting.

Jörg M. Colberg – How to possibly approach writing about photography

Über das Rauchen

Als ich 12 Jahre alt war habe ich angefangen.

Wie das halt so ist, man hat sich einen leicht falschen besten Kumpel beziehungsweise Freundeskreis ausgesucht, weil man irgendwo zugehörig sein will. Ob es Gruppenzwang war oder ich einfach nur mitgezogen habe weiss ich heute nicht mehr, aber darüber bin ich an die erste Zigarette gekommen. War ja auch nicht schwer, eine Schachtel West mit 24 Zigaretten kostete 4,50 DM, wenn das Taschengeld doch mal nicht reichte ging man eben zu dem einen Kiosk, der unter der Theke auch einzelne verkaufte, das Stück für 30 Pfennig. Am Anfang nur gepafft, einfach weil ich es nicht besser wusste. Irgendwann lachte mich mal jemand deswegen aus und zeigte mir dann, wie das mit diesem “auf Lunge”-rauchen geht. Der Hustenanfall danach war heftig, das Gefühl allerdings auch, irgendwie beruhigend, entspannend. So fing es an. Ich muss total naiv gewesen sein, zu denken, dass es meinen Eltern nicht auffallen würde, aber tatsächlich bekommt man vom Geruch als Raucher nicht wirklich viel mit. Trotzdem, es war verbunden mit Heimlichtuerei und Lügen, irgendwie musste das neue “Hobby” ja versteckt werden.

Wir rauchten wie ein Schlot, hatten kleine Schatullen, in denen wir unsere Zigaretten bunkerten, und probierten selbst den abgefahrensten Mist aus, der selbst für Raucherverhältnisse eklig war: Mentholzigaretten, oder diese Pseudo-Zigarillos West Rollies, die zum einen so billig waren, dass man sie sich auch mit schmalem Geldbeutel leisten konnte und zum anderen so scheisse schmeckten, dass garantiert niemand von mir eine Zigarette wollte. Es fühlte sich okay an, wir waren ja trotzdem noch aktiv, spielten Street Hockey, Fussball, und irgendwie konnte das ganze uns nicht wirklich viel anhaben, glaube ich jedenfalls – zu der Zeit fühlte ich mich jedenfalls nicht schlecht. Wir dachten einfach nicht darüber nach. Warum auch. Es war ja cool.

Von den Eltern erwischt wurde ich zuhause, in meinem Zimmer, als meine Mutter reinkam und ich die Zigarette nur noch schnell in der Schublade verschwinden lassen konnte. Sie waren enttäuscht, was eigentlich noch viel schlimmer war als jede Strafe, die es hätte geben können. Der ehemals beste Freund wechselte die Schule und war weg, die Zigaretten blieben.

Ab der 11ten Klasse mussten wir uns in den Schulpausen nicht mehr im Gebüsch verstecken, sondern konnten ganz cool auf den Raucherhof gehen und mit hunderten anderen Mitschülern unserer Sucht nachgehen. Mittlerweile rauchte ich auch in meinem Zimmer. Wenn das Geld knapp war bastelten wir uns aus den Stummeln im Aschenbecher neue Zigaretten. Es half ein bisschen.

Meine Eltern waren verreist, ich sollte mit dem Hund Gassi gehen. Weil ich die Zigarette nicht ausmachen wollte lief ich vom meinem Zimmer durch das Treppenhaus, schnappte mir den Hund, rannte aus dem Haus, zog die Tür hinter mir zu und merkte erst in diesem Moment, dass ich keinen Schlüssel dabei hatte. An einem Samstag kosten Schlüsselnotdienste das doppelte, selbst wenn sie die Tür nicht geöffnet kriegen, außerdem bestehen sie auf Barzahlung. Mein Vater ließ ein paar Jahre zuvor alle Schlösser durch Hochsicherheitsdinger austauschen, da ihm Mittags in Bonn an einer stark frequentierten Straße innerhalb von nur fünf Minuten der Wagen gestohlen wurde, zusammen mit seinem Schlüsselbund. Wäre meine Cousine, die auf das Haus aufpassen sollte, nicht doch noch rechtzeitig gekommen, und hätte sie nicht den anderen Schlüssel gehabt, mein Urlaub auf Bali, der am nächsten Morgen starten sollte, hätte für mich nicht stattgefunden. Da war ich 17.

Als ich 22 Jahre alt wachte ich eines morgens auf und bekam keine Luft mehr. Eine Schachtel am Tag war ganz normal.

Neujahr 2004, es war fünf Uhr morgens und wir hatten keine Zigaretten mehr. Die Eltern von dem Freund, bei dem wir feierten, hatten als gute Gastgeber aber stets eine Schachtel im Haushalt. Lucky Strikes, die Packung kostete 4,20 DM. Sie muss älter gewesen sein als alles, was ich bisher rauchte, mindestens 10 Jahre, der Tabak war völlig ausgetrocknet und bröselig. Wir probierten es trotzdem. Es war eklig.

Mit 23 Jahren flogen mein Vater und ich nach Kuba. Nach dem Flug konnte ich nicht anders als mir an der ersten möglichen Stelle, noch auf dem Flughafen eine Zigarette anzuzünden. Vor ihm. Es war das erste Mal, dass ich vor einem Teil meiner Eltern rauchte. Er sagte nichts, aber was hätte er er auch groß tun sollen? Mich aufs Hotelzimmer schicken? Und mir war es egal.
Unser Busfahrer, der uns über Kuba fuhr, lachte ständig, und obwohl ich kein Wort verstand mochte ich ihn. Ich bot ihm eine Zigarette an, auf Kuba raucht ja wirklich jeder. Es war irgendeine mit Filter, ich weiss es nicht mehr, aber er lachte nur und drückte mir im Gegenzug eine von seinen in die Hand. Die Marke kannte ich nicht, sie hatte keinen Filter und war schwarz wie die Nacht, ein Wunder dass der Teer nicht tropfte. Zwei Züge, mehr schaffte ich nicht. Er lachte weiter.

Im Dezember 2006 hörte ich auf.

Einfach so. Und es ging. Wir fuhren sehr bald zum Snowboarden, und ich fing an, das fehlende Nikotin mit jede Menge Gras zu kompensieren. Während die anderen auf Apres Ski Parties feierten knallten wir uns den Kopf weg, redeten über die unsinnigsten Sachen und befriedigten unsere Fressflashs mit dem, was der Kühlschrank hergab, und den wir am nächsten Tag aus dem abartig teuren Supermarkt im Dorf nachfüllen mussten. Aber es war leichter zu kontrollieren. Ich kaufte nie selbst Dope, da ich in Mannheim niemanden vertrauenswürdiges kannte, hatte also vielleicht alle ein oder zwei Wochen mal ein Tüte bei Freunden. Dazwischen fehlte es mir nicht. und irgendwann ließ ich es komplett.

Im März 2007 dachte ich, das Gröbste sei überstanden. Wir waren für ein paar Tage bei einem Freund, ich hatte einen beschissenes Telefonat mit Ihr, mir ging es nicht gut, und ich setzte mich vor den kleinen Kamin, der nicht mehr benutzt wurde, außer zum reinaschen, wenn es draußen zu kalt war – im Haus durfte nicht geraucht werden. Ich war aufgewühlt, und die eine Zigarette, die ich aus der daneben liegenden Packung nahm, die wird mich nicht umbringen.

Im März 2007 fing ich wieder an.

Meine Freundin im zweiten Halbjahr 2007 war Nichtraucherin. Sie sagte mir, wie sehr es sie belaste, wenn ich auf dem Balkon noch eine rauchte und mich dann zu ihr ins Bett legte. Ich habe es nicht verstanden. So schlimm ist es doch nicht.

Während des Studiums erhöhte sich die Menge auf einen Big Pack, 25 Zigaretten am Tag. Zwischen den Vorlesungen zwei oder drei, zuhause sowieso ständig. Ich gefiel mir nicht, ich machte mir selber Vorwürfe, wieder angefangen zu haben, wo ich es doch tatsächlich geschafft hatte, nur um im nächsten Moment die nächste Zigarette anzuzünden. Ich machte keinen Sport, wurde dick. Mir fiel erst beim Auszug aus dem Studentenwohnheim auf, wie Gelb die Wände nach den drei Jahren geworden sind. Im Übergabeprotokoll wird später “Verwohnt” stehen.

Am 5. Juni 2008, einem Donnerstag, hatte ich 5€ in der Tasche und die Wahl, ob ich mir ‘Brügge sehen… und sterben?’ im Kino – Spätvorstellung, außerdem war Kinotag – anschaue oder aber eine Schachtel Zigaretten am Automaten ziehe. Ein sehr guter Film, meine Meinung zu Colin Farrell änderte sich über seine Rolle ziemlich. Davor kannte ich ihn nur als Darsteller in durchschnittlichen Actionfilmen wie ‘S.W.A.T.’, gruseligen Superheldenfilmen wie Daredevil oder in dem zugegeben gut gemachten ‘Nicht auflegen!’, der aber auch nicht lange in Erinnerung blieb. So grob gesagt sah ich in ihm ja bisher nicht so den großen Charakterdarsteller, hier fand ich ihn jedoch sehr überzeugend. Überhaupt sind es die kleineren beziehungsweise nicht ganz so bekannten Produktionen mit ihm, die wirklich Spaß machen, Intermission zum Beispiel, Cassandras Dream, oder Tigerland. Und dann natürlich Ralph Fiennes, von dem ich ja seit Strange Days aus dem Jahre 1995 ein Fan bin – und bei dem ich lustigerweise erst im letzten Harry Potter Film bemerkte, dass er Voldemort spielt.

Aber ich schweife ab.

Am nächsten Morgen ging ich laufen. Wenn man das noch als laufen bezeichen kann, denn mehr als zwei Kilometer schaffte ich nicht, und als ich zuhause ankam hustete ich, als käme die Lunge gleich mit raus. Aber ich machte weiter. Jeden Tag. Anfangs noch sehr früh morgens, es musste ja nicht jeder sehen, wie ich mit meinen zwei Metern im Schneckentempo über die Bürgersteige von Mannheim krieche, einfach weil mein Körper noch nicht mehr hergibt.
Jede Woche ein bisschen mehr. Nach einem Monat waren es sechs Kilometer, danach 8, jeden Tag spürte ich, wie es besser lief. Am Ende des Sommers, zwei Monate danach, lief ich regelmäßig eine Strecke von 12 Kilometern, abends, vorbei an all den Menschen. Ich verlor zehn Kilogramm, die ich mir durch Faulheit angefressen hatte, ich fühlte mich besser, ich genoss es, durch den Wald direkt am Rhein zu laufen und die vielen unterschiedlichen Gerüche wahrzunehmen und den Kopf frei zu kriegen. Keine Musik, nur die Geräusche der Natur. Es war meine zweite Chance, und ich wollte sie nutzen. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Keine Zigarette, keine Zigarre, kein Joint, kein Head, kein Eimer, nichts was mich irgendwie wieder rückfällig werden lassen könnte, wusste ich doch, dass nur ein Zug schon ausreichen kann, um mich wieder voll dabei zu haben. Ja, ich hatte regelrechte Angst davor.

Ich bildete mir ein, ein toleranter Nichtmehrraucher zu sein, dass ich weiss, wie schwer es ist, aufzuhören, dass ich keinem Raucher deswegen Vorwürfe machen könnte, denn man muss es selber wollen, hört man nur für andere auf, dann funktioniert es nicht, denn der Entzug ist vor allem eine Kopfsache. Ich unterstützte es aber auch in keinster Weise, lieh niemandem Geld für Zigaretten, brachte niemandem welche mit, wenn ich zum Kiosk ging. Mit ein paar Ausnahmen hat das auch jeder verstanden.

Im Frühjahr 2010 lief ich meinen ersten Halbmarathon in 2 Stunden und 18 Minuten.

Meine Freundin war Raucher. Unsere Wege trennten sich.

Ich war kein toleranter Nichtmehrraucher. Ich bildete es mir ein und betonte es häufig, aber wahrscheinlich tat ich es nur um mir selber nicht eingestehen zu müssen, dass ich es nicht bin. Denn ich bin es nicht. Nicht mehr. Ich möchte in der Straßenbahn nicht mehr neben Leuten sitzen, die auf dem Bahnsteig eben noch eine Fluppe rauchten, weil es stinkt. Ich werde nicht in Räumen essen, in denen zuvor noch geraucht wurde, eher gehe ich, selbst wenn ich für das Essen schon bezahlt habe. Wenn es geht, dann versuche ich Situationen, in denen Zigaretten vorkommen, zu vermeiden. Ich ging nicht auf die Barrikaden, aber es war mir auch nicht mehr egal.

Am 6. Juni 2009 steuerte ich einen Tabakladen an und fragte, was eine große Schachtel West kostet. Ich weiss es nicht mehr, irgendwas um fünf Euro rum, mehr als das doppelte von den 4,50 DM, mit denen ich vor 15 Jahren anfing, und weniger Zigaretten waren auch noch drin. Seit einem Jahr keine Zigarette mehr. Es war ein Erfolgserlebnis, auch, weil es im ersten Jahr trotz allem immer wieder mal für einen kurzen Moment dieses Verlangen gab, dass da aus dem Unterbewusstsein kam. Jetzt diese eine. Dieser Besuch im Tabakladen sollte in den kommenden Jahren zu einer kleinen Tradition werden, zu fragen, was denn ein Big Pack West kostet. Ich zelebrierte es ein kleines bisschen, um mich stets daran zu erinnern, wie schnell es gehen könnte, aber auch, um mich selber ein bisschen zu bestätigen.

Am 6. Juni 2012 habe ich es einfach vergessen. Es fiel mir erst zwei Monate später auf, dass ich ja jetzt seit über vier Jahren nicht mehr rauche.

Ezra Stoller

Ähnlich wie Julius Shulman gehört der 1915 in Chicago geborene Ezra Stoller wohl zu den wichtigsten Wegbereitern der modernen Architekturfotografie. Bereits im Studium befasste er sich mit der Fotografie von Gebäuden, die er danach primär voran trieb. 1942 wurde er von er US Army eingezogen und arbeitete die nächsten drei Jahre beim Army Signal Corps Photo Center. Er war der erste Fotograf, der 1961 vom American Institue of Architects einen Award für seinen Fotografie erhielt.

Starkey House, Marcel Breuer, Duluth, MN, 1956

An dieser Aufnahme des Starkey Houses fand ich vor allem die Wechselspiele interessant, die strengen Linien des Hauses gegenüber den organischen Formen der Natur, aber auch das Licht, beispielsweise die beiden hellen Bäume in der Mitte gegenüber den dunklem am Rand. Es wirkt nahezu perfekt eingerahmt, selbst der Horizont ist einen kleinen Tick über der Hauskante. Dazu natürlich die sehr gute Ausarbeitung, bei der ich mal ganz schwer davon ausgehe, dass auf dem Print selbst an den dunkelsten Stellen noch Zeichnung vorhanden ist. Es ist einfach eine gute Aufnahme, die mich lange nach kleinen Details hat suchen lassen.

General Motors Technical Center, Eero Saarinen, Warren, MI, 1950

Spannender finde ich jedoch diese Aufnahme aus dem General Motors Technical Center. Ich meine, ja, es ist ebenfalls eine technisch sehr gut gemachtes Foto, die Ausleuchtung ist klasse, es hat eine gesunde Mischung aus Minimalismus in der Architektur und interessanten Objekten, die Position wurde vermutlich zentimetergenau gewählt und so weiter…

… aber warum zur Hölle hat er den Wagen angeschnitten?

Und dann auch noch so, dass trotzdem ein kleines bisschen des Weisswandreifens sichtbar ist? Und warum zeigt es nicht ins Foto rein? Warum verdammt nochmal? Das waren tatsächlich mein ersten Gedanken. Und dann überlegte ich, warum es trotzdem interessant ist, und bemerkte dann erst, dass es nicht primär um das Auto geht, sondern um das Foto als ganzes. Bemerkte die Linien an den Decken und Wänden, die sich wie eine Art Richtungsangabe zu einem Pfeil formen, der mittig rechts aus dem Bild rausführt. Könnte das Auto nicht genau dafür stehen, für die Bewegung, die bereits stattfindet, zeigt es genau deswegen aus dem Bild raus und ist schon halb verschwunden? Dass No Smoking Schild, dass so gar nicht passen mag, aber vielleicht ist die Deckenbeleuchutng ja ein Synonym für die Sonne… je länger ich mich mit der Aufnahme beschäftigte, desto interessanter wurde sie, weit weg von meiner ersten, flüchtigen Einschätzung. Ich muss zugeben, hätte ich mich an derlei versucht, ich hätte den Wagen in jedem Fall komplett gezeigt, vermutlich auch ins Bild reinzeigend, und damit eine von vermutlich tausend gleichen Aufnahmen gemacht. Aber so… ist das Interesse da.

Stoller verstarb 2004. Einen ganz guten Überblick über sein Schaffen liefert die Yossi Milo Gallery, die im Frühjahr 2011 eine Ausstellung mit seinen Werken hatte, oder die von ihm gegründete Esto Photographics.

Julias Shulman

Julius Shulman war 72 Jahre lang Fotograf und sozusagen der Begründer der modernen Architekturfotografie, der die Standards setzte, an denen sich andere heute messen müssen. Mit einem unglaublichen Auge und dem Verständnis, was der Architekt eigentlich ausdrücken wollte, setzte er in seiner Karriere nahezu 8000 Objekte richtig in Szene und vor allem in den richtigen Kontext. Zwei seiner bekanntesten Fotos sind vermutlich jedem schon mal unter gekommen, allerdings fand ich auch die Entstehungsgeschichte dahinter sehr spannend.

Kaufmann House, 1946

J. Edgar Kaufmann beauftragte den Architekten Richard Neutra, ein Freund von Shulman, das Haus zu entwerfen. Neutra selbst war ebenfalls Perfektionist, ständig kontrollierte er durch den Kamerasucher das Bild, nur damit Shulman die Kamera doch wieder verrückte, sobald Neutra sich abwendete. Es ging nicht nur um das Foto, es auch war auch ein Kampf der Egos, wer sich durchsetzen wird. Ursprünglich wollte Neutra ein Foto im Innern des Hauses, Shulman jedoch versetzte die Kamera nach draußen gen Westen, um den leichten Nebel über den Bergen im Hintergrund einfangen zu können. Beim Einsetzen der Dämmerung rannte Shulman zwischen Haus und Kamera hin und her, machte Lampen im Haus an und aus und öffnete den Verschluss der Kamera für kurze Zeiten, um Stück für Stück das Haus aufs Foto zu kriegen. Zuletzt bat er Mrs. Kaufmann, sich an den Pool zu legen. Ein perfektes Foto.

Case Study House #22, 1960

Das Haus war noch nicht mal fertig eingerichtet, als das Foto gemacht wurde. Shulman wollte dennoch Leben im Inneren haben und bat den die Studenten des Architekten Pierre Koenig, der das Haus für Carlotta und Buck Stahl entworfen hat, ihre Freundinnen mitzubringen. Es war wohl ein bisschen dem Zufall zu verdanken, denn Shulmann trat nur für einen kurzen Moment nach draußen, sah die Skyline von Los Angeles, während die Frauen im Inneren gerade redeten, und sah sein Foto. Die Kamera wurde nach draußen gestellt und eine 7minütige Langzeitaufnahme von Los Angeles gemacht, während das Haus in völliger Dunkelheit lag. Shulmans Assistent tauschte währenddessen Glühbirnen durch Blitze aus, Shulman brachte die beiden Frauen in Position und löste ein letztes Mal den Verschluss, um das Innere des Hauses einzufangen. Es ist eine Vorlage für unzählige Fotos, die mit einer ähnlichen Komposition danach entstanden sind.

Architektur- und vor allem Inneneinrichtungsfotografen arbeiten heute prinzipiell auch nicht anders: es werden mehrere Fotos vom gleichen Standpunkt aus gemacht, bei dem jeweils ein andere Teil des Motivs korrekt beleuchtet wird (hier gibt es ein Video, was den Prozess sehr gut zeigt). Während wir aber heute die Bequemlichkeiten der digitalen Technik haben und uns das fertige Bild ganz bequem am Rechner zusammenstellen können, machte Shulman dies schon vor über 60 Jahren alles „von Hand“, auf einem einzigen Planfilm. Und setzte damit den Standard für alles, was nach ihm kam.

Shulman verstarb am 15. Juli 2009 im Alter von 98 Jahren. Die Infos wurden zusammengetragen von Selvedge Yard, Los Angeles Magazine und Taschen Verlag

Überwindung

Das da oben ist ein Platzhalter für ein Foto, das in etwa so aussieht: Entstanden an einem Sonntag im Mauerpark in Berlin, die Sonne verschwindet gerade hinter den Hochhäusern, der Himmel ist nahezu wolkenlos, die goldene Stunde ist in vollem Gange. Sie, ich schätze sie auf 23 Jahre, vielleicht 1,65 m groß, so genau weiß ich das nicht, denn sie sitzt auf einer der Bänke am Hang, direkt gegenüber der Mauer.

Ihre braunen Dreads versteckt sie halbwegs gut unter einer roten Strickmütze, sie hat schmale Augen, Piercings in der Nase und der Unterlippe. Sie trägt eine grüne Filzjacke, ihre Hände sind durch Stulpen vor der Kälte geschützt. Eine braune Hose – ich glaube, es war eine Hose – auf ihren übereinandergeschlagenen Beinen liegt ein Buch, aufgeschlagen, auf Französisch. Man sieht sie etwa zwischen Portrait und Profil, ihr Gesicht ist durch die Sonne in ein leicht goldenes Licht getaucht.

Sie bläst den Rauch der selbstgedrehten Zigarette in die kalte Winterluft, während sie gedankenverloren, vielleicht aber auch nachdenklich in die Ferne schaut. Ihr Deutsch ist nicht gut, sie erzählt mir auf Englisch, dass sie es eigentlich nicht mag, fotografiert zu werden, ihr aber meine Kamera – eine alte Hasselblad – gefällt. Das Foto ist quadratisch, trotzdem ist sie auf der Aufnahme leicht rechts zu sehen, ihr Blick geht nach links, sozusagen in die Aufnahme hinein.

Es ist das vermutlich beste Foto, das ausdrucksstärkste, das technisch einwandfreiste von den zwölf, die ich an diesem Tag machte. Zehn sind Portraits, ähnlich wie dieses, auf dem elften sieht man einen Hang, auf dem Kinder gerade Schlitten fahren und eines ist verhunzt, da ich aus Versehen auf den Auslöser drückte. Ich würde sie Euch gern zeigen, aber sie existieren nicht.

Es war ein Experiment. Der Farbfilm, ein Kodak irgendwas mit ASA 125, lief bereits 1991 ab. Er hätte irgendwelche interessanten Farben produzieren können, vielleicht auch völlig ausgebleichte oder irgendetwas mit Farbstich, aber eben auch gar nichts. Das ist das kleine Restrisiko bei so alten Filmen. Er schlummerte die ganze Zeit in einer Schublade in einem warmen Zimmer oder anders gesagt: Er wurde unsachgemäß gelagert und ist über den langen Zeitraum einfach kaputt gegangen. Auf dem Filmstreifen ist nichts. Aber das ist egal.

Ich fotografiere jetzt seit etwa 14 Monaten, habe in der Zeit einiges ausprobiert, war an Orten, die ich sonst vermutlich nie gesehen hätte. Habe mein Auge für die Welt da draußen ein bisschen geschärft – denke ich jedenfalls – da kleinere Details schneller auffallen. Ich habe Architektur fotografiert, Verfall, habe versucht, den Eindruck, das Gefühl der Orte festzuhalten, an denen ich mich befand. Habe mich in der Makrofotografie probiert, fand es nur bedingt spannend. An Straßenfotografie, Menschen auf der Straße, dem Leben. Das einzige, was ich in der all der Zeit nie getan habe, war, Menschen nach einem Foto zu fragen. Weil ich Angst hatte.

Ich habe Fotos von Menschen auf der Straße gemacht und sie danach gefragt, ob es okay ist. Was ja fast noch blöder ist, schließlich gebe ich ihnen damit ja nicht einmal die Chance, im Vorfeld nein zu sagen. Es gab diejenigen, die das Foto gelöscht haben wollten, klar, aber wirklich unfreundlich, sauer oder gar aggressiv ist nie jemand gewesen. Ich halte das für keine Selbstverständlichkeit, aber das nur am Rande.

Jedenfalls habe ich mich nie getraut, Menschen einfach so zu fragen. Das hat zwei Gründe: zum einen ein ordentlicher Knacks in meinem Selbstbewusstsein, das ich mir sowieso erst ziemlich spät angeeignet habe. Zum anderen habe ich immer wieder die Szene auf der Photokina 2010 im Kopf, bei der diese Traube von Fotografen sich gegenseitig wortwörtlich über den Haufen rannte, um noch ein Foto vom Bodypainting-Modell zu bekommen, das gerade von der Bühne zur Garderobe ging, da die Show längst vorbei war. Eine Szene, die mich angeekelt hat und mit der ich niemals verglichen werden möchte.

Der Mauerpark in Berlin also. Ich dachte mir, mit all den sagen wir mal aufgeschlosseneren Menschen in meinem Alter dort sollte es doch möglich sein, nicht sofort schräg angeschaut zu werden. Ich hatte die Hasselblad in der Hand, die digitale Nikon ist ja schon etwas wuchtig und könnte vielleicht etwas abschreckend wirken. Ich lief hin und her, lief Runden, suchte nach ausdrucksstarken Gesichtern. Fand sie. Wollte mir einen Ruck geben. Tat es nicht. Verfluchte mich eine Sekunde später dafür. Lief weiter.

Auf der eingeschneiten Wiese dann das asiatische Pärchen entdeckt, sie fotografiert gerade ihn. Warum eigentlich nicht, Menschen, die selbst fotografieren, dürften ja noch einmal eine Ecke aufgeschlossener sein. Ich wartete, bis sie ihre Fotos gemacht hatte. Adrenalin, Puls durch die Decke, Herzrasen, alles zusammen, während ich auf sie zuging. Ob ich ein Foto von ihm machen dürfte? Sie verstanden mich nicht. Okay, Englisch, schnell die richtigen Worte zusammenlegen, noch einmal fragen, dabei verhaspeln, verdammt, das war’s jetzt bestimmt.

Ja, klar, was soll ich tun? Oh, wow, so weit war ich gar nicht. Ich wollte nichts Gestelltes, das war das Einzige. Um ihn abzulenken, unterhielt ich mich ein bisschen mit ihm, woher sie denn kämen (USA, Nähe Washington), ob sie auf dem Flohmarkt gewesen wären („Yeah!“), wie sie es fanden („kinda cool, but too crowded“) und drückte den Auslöser. Fertig. Kurz sacken lassen, wirklich fertig. Ich gab ihnen meine Karte, damit sie mich kontaktieren können, falls sie das Foto haben möchten. Sie lächelten, wir sagten tschüss und gingen unserer Wege. Das war’s. Adrenalin geht runter, Puls kommt langsam wieder in normale Bereiche. Wow.

Mit jedem Foto wurde es einfacher. Ich war jedes Mal aufgeregt, aber es wurde einfacher. Die meisten fanden die Kamera interessant, den Lichtschachtsucher, wofür ich überhaupt Fotos mache, manche schauten skeptisch, warum gerade sie, man kommt irgendwie in ein kurzes Gespräch. Zwei sagten direkt nein, aber es war okay. Sie wollten einfach nur nicht fotografiert werden, es ging nicht um mich und es war okay. Rein von der Komposition her war wahrscheinlich keine der Aufnahmen besonders gut, aber auch das war okay.

Und es begann, Spaß zu machen. Die Filmentwicklung am Tag danach dauerte nur ein paar Stunden. Der Mitarbeiter im Labor zeigte mir einen völlig transparenten Filmstreifen. Ob meine Kamera kaputt sei, fragte er mich. Nee, antwortete ich lächelnd, um meine Enttäuschung zu überspielen, die aber nur für ein paar Sekunden anhielt.

Denn es ist egal. Es ist egal, dass auf den Negativen nichts zu sehen ist, die Fotos existieren einfach in meinem Kopf weiter. Es ist egal, denn sie stehen für etwas viel Besseres, einen Schritt, den ich getan habe, und der mich viel Überwindung gekostet hat. Dieses Mal war nicht das Ergebnis das Ergebnis. Und das macht sie zu den besten Fotos der vergangenen Wochen, auch wenn es sie gar nicht gibt.

Ob er den Filmstreifen wegschmeißen soll, fragte er. Nein, ich möchte ihn behalten.

Ausdruck – die gedruckten Exemplare sind da!

In aller Kürze: gerade eben sind die gedruckten Exmplare von Ausdruck angekommen. Ich seh zu, dass ich den ersten Schwung noch heute zur Post bringe, den Rest mache ich dann am Wochenende. So oder so, Anfang nächster Woche sollten alle Bestellungen dann bei euch sein.

Der Druck von 150 Exemplaren hat inklusive Versand 876 Euro gekostet, dazu kommen jetzt noch die Kosten für die Umschläge sowie den Versand, das sind grob etwa 200 Euro. Es sind noch Ausgaben verfügbar, diese werden aber für die Lesung, bei der die Blogbeiträge aus Ausdruck gelesen werden, und die nächste Woche Mittwoch in Berlin stattfindet (alle Infos dazu gibts bei Spreeblick) zurückgehalten. Ich schreibe das deswegen, weil ich mit der Spende an Reporter ohne Grenzen noch warten will, bis alle Ausgaben verkauft sind, bin aber zuversichtlich, dass das recht schnell passieren wird, und dass dann etwa 200 – 300€ für die Organisation übrig bleiben werden. Und ernsthaft, das freut mich ohne Ende!

Update: WDR 5 hat einen kurzen, aber sehr schönen Beitrag in der Sendung Scala gesendet, der die ganze Geschichte nochmal zusammenfasst. Blöderweise gibt es genau diese Stelle nicht im Podcast, also habe ich mir mal die Freiheit genommen, es hier online zu stellen:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Ausdruck – drei Wochen danach und Infos zum Druck

Knapp drei Wochen ist jetzt her, dass ich Ausdruck präsentiert habe, ein PDF-Magazin mit ausgewählten Blogbeiträgen. Viel ist passiert, massig Aufmerksamkeit in der Twitter- und Blogwelt, zwei Radiointerviews, ein kurzer Beitrag in W&V, etwa 5.000 Downloads und nochmal soviele Ansichten bei Issuu, und immer wieder die Frage, wann denn der Druck kommt.

Kurz: Es kann losgehen. Ihr solltet aber vor dem Kauf auf jeden Fall noch die Informationen hier mitnehmen.

Die kurze Vorgeschichte

Es ist nun mal so dass die meisten Druckereien Abnahmen erst ab mindestens 100 Stück anbieten, wie sich beim Vergleich schnell rausgestellt hat. Nun mag das nicht besonders viel erscheinen, ich halte es aber für eher unrealistisch, dass ich so viele Ausgaben loswerde, selbst wenn der Preis dann verhältnismäßig günstig wäre. Umgekehrt ist der Preis einer einzelnen Ausgabe natürlich höher, wenn die Auflage kleiner ist. So oder so, das Risiko, im Falle einer Vorfinanzierung auf den Ausgaben sitzen zu bleiben, ist vorhanden und auch gar nicht mal so klein. Und darauf habe ich verständlicherweise keine Lust.

Da ich im Vorfeld auch schlecht abschätzen kann, wieviele Abnehmer es unter euch gibt, kann ich auch schlecht einen Preis festlegen. Und auf ständige Anpassung des Preises, je nachdem wieviele bestellt haben, verbunden mit der Rückgabe der Differenz an die ersten Besteller, habe ich verständlicherweise genauso wenig Lust.

Und wie jetzt?

Wir haben uns dann für folgendes Vorgehen entschieden: Die Wahl fiel auf die Druckerei Laser-Line in Berlin, bei der der Stückpreis bei einer Auflage von 25 Stück 8,44€ beträgt. Zusammen mit Versand und Gebühren haben wir einen Preis von 10,50€ festgelegt. Das wird nicht jedem zusagen, stimmt, es gab aber auch einige, die mir im Vorfeld gesagt haben, sie wären bereit, einen solchen Preis dafür zu bezahlen. Ist also nicht unrealistisch.
Wir, das sind Spreeblick und Ich, haben ein PayPal-Konto eingerichtet, dass wir ungefähr eine Woche lang offen lassen, danach wird Bilanz gezogen und im Falle von mehr als 25 Bestellungen gedruckt. It’s that simple. Ihr könnt uns auch anderweitig das Geld zukommen lassen, nur muss es vorher da sein. Sollten wir eine höhere Auflage erreichen, die dann ja weniger kosten wird, werden wir das verbliebene Geld an Reporter ohne Grenzen spenden. Ich halte das für einen fairen Kompromiss, um wenigstens halbwegs der Creative Commons NonCommercial-License zu entsprechen und euch gleichzeitig nicht das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und natürlich werde ich euch auf dem Laufenden halten.

Genug der langen Reden, hier (und natürlich auch auf der Projektseite) könnt ihr Ausdruck bestellen: Update: Ausverkauft.

Ich bin gespannt.

Wichtig: Wir kriegen die Lieferadressen über PayPal, bitte sorgt dafür, dass die auch stimmt!

Update: Bisher 36 53 68 77 96 101 Bestellungen bisher. I stand corrected, vielen Dank für euer Vertrauen!

Update 30.11.: Ich habe eben den Druck in Auftrag gegeben, aller Vorraussicht nach werden die Exemplare Mitte nächster Woche (9.12. oder 10.12.) bei mir eintreffen. Wir lassen übrigens mehr drucken als aktuell benötigt, ihr könnt also noch weiter bestellen!

Ausdruck

Erinnert ihr euch noch? Im Juli hatte ich euch nach den eurer Meinung nach schönsten Blogbeiträgen gefragt, und jetzt endlich ist das Ergebnis in Form von Ausdruck da. Ja, ich bin ein kleines bißchen stolz auf mich.

Der Prozess

Der Prozess ist eigentlich schnell erzählt, Anfang Oktober habe ich mir die 30-Tage-Testversion von Adobe InDesign besorgt und diesen Zeitraum gleichzeitig als Deadline gesetzt. Die tägliche Arbeit mit Fireworks hat sicherlich dazu beigetragen, aber ich empfand InDesign als erstaunlich intuitiv zu bedienen – im Gegensatz zu Photoshop, dass ich bis heute nicht verstehe – und die Anzahl der wirklichen Rückfragen kann ich an einer Hand abzählen. Aus früheren Experimenten wusste ich bis zu dem Zeitpunkt nur, dass Bilder auf dem Monitor meistens anders aus dem Drucker kommen als erwartet, alles Weitere habe ich mir quasi unterwegs angeeignet, im Feedreader tauchen sowieso immer wieder mal Zusammenstellungen von Print-Tutorials auf. Ich weiss jetzt, was Bleed ist, Sludge, Schwarz ist nicht gleich Schwarz, Helvetica kann ich mittlerweile blind von Arial unterscheiden, finde den Glaubenskrieg darum aber immer noch doof, kann die wesentlichen Unterschiede bei Offset- und Digitaldruck benennen und noch viel mehr. Und guess what, es hat mir wirklich Spaß gemacht.

Das Ergebnis, Download & Ansicht

Und am Ende ist ein 48seitiges PDF dabei raus gekommen, 8 Megabyte groß für die Ausgabe am Bildschirm, auf Nachfrage könnt ihr auch gerne die 40 Megabyte große Version für den Druck bekommen. Gedacht für Digitaldruck, sollte aber auch auf Offsetmaschinen halbwegs vernünftig aussehen, wenn nicht gerade Recycling-Papier verwendet wird. Hoffe ich.

Den Download gibt es entweder auf der Projektseite, oder direkt hier. Falls euch PDFs nicht so liegen, bei Issuu gibt es das Ganze auch online.

Ein Wort zur Ansicht: Ausdruck war von Anfang an zum, naja, Druck gedacht und auch daraufhin gestaltet, d.h. euer PDF-Reader sollte, wenn möglich, auf die Anzeige von zwei Seiten gleichzeitig mit separatem Deckblatt eingestellt werden. Von Acrobat Reader und Foxit PDF Reader ab Version 3 weiss ich, dass sie es können, bei anderen… keine Ahnung.

Lasst mich wissen, wie es euch gefällt!

Print?

Eine Vorfinanzierung auf gut Glück kann ich mir nicht leisten, einerseits, weil ich überhaupt keine Idee habe, wer sowas wirklich haben will, andererseits, weil der Preis je nach Auflage zwischen 5€ und 8€ schwanken würde – der Preis, wenn keine Werbung enthalten ist. Wenn also wirklich etwas Gedrucktes zum Selbstkostenpreis dabei rumkommen soll müsste von eurer Seite aus ernsthaftes Interesse angemeldet werden. Und ihr wollt gar nicht wissen, was ich für die bisher einzige Ausgabe auf den Tisch gelegt habe…

Last but not least

Mein großer Dank geht an Nils Bokelberg, Anke Gröner, Johnny Haeusler und Max Winde von Spreeblick, Markus Herrmann, Stephie, S, René Walter und Marcel Winatschek, dass ich ihre Beiträge dafür verwenden durfte. An Jens Fersterra, der mir freundlicherweise die Nutzung des Bildes vom Treppenhaus des Tacheles als Cover gestattete, ebenso an Andreas Gawlowski für das Photo vom Berliner Tiefbahnhof. An die Twitterer, deren Prosa die Kopfzeilen ein wenig erheitern sowie #twitternWieBeiMuttern überhaupt ermöglicht haben. An alle, die ihre großartigen Bilder bei Flickr unter einer Creative Commons License veröffentlichen und mir damit die Nutzung ermöglicht haben.

Und an euch. Ich blogge jetzt seit vier Jahren, es macht mehr Spaß als je zuvor, ich habe so viele neue Menschen dadurch kennen gelernt, hatte so viele schöne Momente, die ich nicht missen möchte und wäre vermutlich nicht da, wo ich jetzt bin, wenn ich nicht vor vier Jahren gedacht hätte, ich müsste jetzt auch mal was ins Internet schreiben. Was wäre der ganze Aufwand hier wert gewesen, wenn ihr da draußen nicht bloggen und damit mein Leben irgendwie bereichern würdet? Richtig, gar nichts. Vielen Dank.

Ich suche Blogbeiträge

Seit ein paar Tagen schon schwirrt mir diese Idee durch den Kopf, dass es Blogbeiträge auch mal in Printform geben müsste. Ich bin sicher nicht der erste, der auf diese Idee gekommen ist, stimmt, umgesetzt hat sie in Zeitungsform auch schon mal jemand, aber im deutschen Raum ist mir sowas bisher noch nicht begegnet. Also warum nicht? Mir wichtig dabei wäre eine ansprechende Gestaltung, 08/15 kann ja schließlich jeder – in welcher Form, welchem Format, welchem Aussehen, welchem Stil, ich habe noch nicht den blassesten Schimmer. alles, bloss nicht langweilig.

Was allerdings auch egal ist, denn im Moment geht es ja um die Inhaltsfindung. Sicher habe ich ein paar Favoriten, die ich gerne verarbeiten würde, damit würde ich aber nur ein paar Seiten gefüllt kriegen. Und da kommt ihr ins Spiel: Ihr habt doch bestimmt diesen einen (deutschsprachigen) Beitrag, den ihr seit Jahren im Kopf behalten habt, weil ihr ihn so unglaublich toll fandet. Sei es, weil er eine schöne Geschichte erzählt, weil er einen großen Scoop enthüllt hat, weil er witzig ist, weil er euch berührt hat, weil er mit tollen Bildern gespickt ist, weil er weiterempfohlen werden muss, weil ihr einfach denkt, dass genau dieser Beitrag unbedingt gedruckt werden muss. Lang, kurz, völlig egal, manchmal reichen schon ein paar Sätze, um die entsprechende Wirkung zu erzielen.

Ich will keine falschen Hoffnungen schüren, ich kenne mein Talent zur Prokrastination. Sollte ich mich aber daran setzen müsste mindestens ein kostenloses PDF rauskommen, je nachdem auch irgendwas in Papierform. Nicht dass ihr denkt, ich mach das nur zum puren Selbstzweck. (Update: Das ist widersprüchlich, zugegeben. Mit Selbstzweck meine ich, dass ihr selbstverständlich auch davon etwas haben sollt, nicht, dass ich damit auch andere Absichten als Spaß an der Freude verfolgen würde)

Na wolln doch mal sehen.

Es wäre übrigens toll, wenn ihr den Aufruf weitertragen könntet, meine Reichweite hier ist eher begrenzt und je mehr Beitragsempfehlungen, desto besser!